Damals

handybildAls meine älteste Tochter um die Jahrtausendwende ein Handy bekam, war sie etwa acht Jahre alt.
Ein Handy für Kinder war damals noch etwas Exotisches, doch wir hatten dafür zwei gute Gründe: erstens arbeitete ich mehr als Vollzeit und wollte uns beiden jederzeit direkten Kontakt ermöglichen. Zweitens betreute ich in der Agentur ein österreichisches Telekommunikationsunternehmen, das mir den Prototyp eines neu entwickelten Kinderhandys schenkte und um Test und Rezension bat.

Mit diesem Handy konnte man (2001!) telefonieren und, wenn man es beherrschte, SMS schreiben.
Sonst nichts.

Heute

Meine zweite Tochter, 11 Jahre alt, hat nun ebenfalls ein Handy. Aber „nur telefonieren und SMS schreiben“ ist heute zu wenig. Mit anderen Handys als Smartphones „muss man sich ja schämen“.

Ja, natürlich kann man “nein” sagen, natürlich braucht eine Elfjährige auch heute unter normalen Umständen und geregelten Bedingungen noch kein Handy, natürlich muss man die Kindern nicht “verwöhnen”, alles klar – aber es gibt manchmal eben individuelle Gründe, warum ein Handy sein muss. Schwerwiegendere Gründe als Gruppenzwang, Kommunikationsverliebtheit und Technikaffinität. Also.

Ein älteres Modell eines Smartphones liegt vielleicht ungenutzt herum oder man organisiert eben eines, in Gottes Namen. Aber: nun hat das Kind Zugang zur weltweiten Informationsflut und Kommunikation. Und plötzlich poppen viele Fragen auf, vor allem die:

  • Kann mein Kind damit umgehen, ist es dafür schon verantwortungsvoll genug?
  • Kann man in diesem Alter schon die Verantwortung tragen für alles, was man mit dem Handy „machen“ kann – Fotos, Nachrichten, Filme, eigene Profile erstellen, aber auch weiterleiten, mit Freunden teilen und öffentlich posten?
  • Kann das Kind schon aufpassen auf ein Gerät, das immerhin im billigsten Fall schon über 100, meistens aber mehrere 100 Euro kostet?
  • Kann es mit bezahlbaren Inhalten umgehen, sodass wir nicht durch horrende Rechnungen überrascht werden und Gefahr laufen, erklecklichen Aufwand und Stress zu bekommen?
  • Können wir sicher sein, dass es mit dem Handy nichts „anstellt“, das ihm selbst, aber auch anderen schaden könnte?
  • Und wie bringen wir dem Kind bei, wann und wo der Gebrauch des Smartphones angebracht ist und wann definitiv nicht?
  • Wie vermeiden wir Handysucht (für die wir wohl auch selbst anfällig sind) beim Kind?
    – Sicher vor allem mit gutem Beispiel.

Noch sicherer aber mit einem Handynutzungsvertrag zwischen Eltern und Kind.

Jetzt

Ich habe lange im Internet recherchiert (siehe unten) und aus vielen Informationsseiten und Elternforen, aber auch nach Gesprächen mit anderen Eltern und Medienpädagogen Inhalte zusammengestellt, die bekannt, überlegt und geregelt sein sollten, wenn ein Kind ein Smartphone nutzt. Das Ergebnis ist der Handyvertrag, den SIE mit Ihrem Kind abschließen können.

Dieser “Vertrag” zwischen Ihnen und Ihrem Kind spricht alle sensiblen Punkte der Smartphone-Nutzung an, informiert Ihr Kind über Gefahren, Pflichten und Möglichkeiten und klärt zwischen beiden Seiten, wie das Smartphone zu nutzen ist. Eltern und Kind unterschreiben und verpflichten sich darin gegenseitig, sich an die Regeln zu halten.

Erst plante ich, meinen Kindern die Aufgabe zu geben, den Vertrag auswendig zu lernen, bevor sie das Smartphone bekommen. Das empfinde ich mittlerweile als zu scharf, denn der Vertrag ist nicht gerade kurz – ich beließ es letztendlich doch dabei, den Vertrag an zwei Terminen im Abstand von ein paar Tagen mit dem Kind genau durchzusprechen und ihm beim zweiten Termin die Gesprächsführung über den Vertrag zu überlassen.
Zudem liegt der Vertrag  griffbereit und für jeden zur Einsicht und zum Nachlesen bereit.

Wir fahren bis jetzt gut damit, bis heute gab es keine bösen Überraschungen.

Vielleicht hilft er Ihnen auch.
Download Handyvertrag für KinderHier können Sie den Handy-Vertrag für Kinder zu ihrem eigenen Gebrauch downloaden.

(Download, Kopie, Bearbeitung, Verwendung und unentgeltliche Weitergabe des “Vertrags” erlaubt!)
Quellen: URLs, die uns geholfen haben, Inhalte für diesen Handy-Vertrag für Kinder zu finden und ihn zu erstellen:

Elternratgeber zu Smartphone und Handy

https://www.eltern-bildung.at/handy-in-kinder-und-jugendhand/

http://www.kinder-ratgeber.at/ab-wann-sollte-man-kindern-ein-handy-geben/

https://www.saferinternet.at/uploads/tx_simaterials/Elternratgeber_Handy_Smartphone.pdf

http://www.familie.de/kind/ab-wann-handys-fuer-kinder-sinnvoll-sind-512097.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/handys-fuer-kinder-darum-darf-mein-sohn-ein-smartphone-haben-a-1110518.html

Smartphone-/ Handy-Regeln

http://www.handykinderkodex.at/

http://gesund.co.at/kindgerechter-umgang-mit-handy-und-smartphone-27808/

http://www.schau-hin.info/medien/mobile-geraete/goldene-regeln/11-13-jahre.html

http://www.fmk.at/familie-schule/handy-kinder-kodex/

 

Berichte über Studien und weitere Informationen

http://derstandard.at/2000023060037/Wie-Smartphones-auf-Kinder-wirken

http://www.supro.at/suche/?q=Handy

 

Weiterführende Unterstützung, Apps und mehr

GrohsFORMAT testet derzeit Applikationen, mit denen bestimmte Inhalte, Apps, Funktionen und der Zugang zum Internet schnell und unkompliziert von einem Eltern-Handy aus gesteuert werden können, wie z.B.:

  • Zeiten einrichten, zu denen das Kinderhandy keinen Zugang zum Internet hat (Schlafenszeit, Hausübungs- oder Lernzeit)
  • bestimmte Spiele oder Apps mit Zeiteinschränkungen versehen oder für einzelne User innerhalb der Familienfreigabe sperren (z.B. bei zu niedrig gesetzten Altersbeschränkungen, bei verschiedenen Altersstufen der Nutzer innerhalb einer Familien-Cloud, etc.)
  • die Smartphone-Nutzungszeit (nicht Telefonie!) mittracken und so einen Überblick über die “vor dem Handy” verbrachte Zeit bekommen
  • Steuerung der Verbindung mit dem W-LAN (vom Elternhandy aus, ohne mühsames Umstellen der Router-Einstellungen)
  • etc.

Berichte darüber folgen und werden auch auf der facebook-Seite von GrohsFORMAT angekündigt.

Kinder und Smartphones – ein Lösungsansatz
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Ein Führender, der nicht kommunikationsfähig ist, genießt kaum Vertrauen.”
Baldur Kirchner, Manager Coach (*1939)
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