Who is who …

Nun hat die Society endlich wieder ihr jährliches Event gehabt: wenn diese Zeilen erscheinen, ist der Wiener Opernball zwar schon vorbei, doch trotzdem sollen die „Gschichterln“ rundherum den Bludenzern ein wenig die Fastenzeit versüßen. Diese spezielle Reportage erzählt nur das „Drumherum“, das man fast ohne Fernseher und nur mit gelegentlich aufgeschnappten Zeitschriftenberichten aufnimmt.

Die Opernballdemo scheint heuer jedenfalls kein wichtiger Aspekt des Festes gewesen zu sein. Was waren das für Zeiten, als man als Student „Demo-Schauen” ging und sich wie der Rächer der Enterbten fühlte, weil man „gerade noch davongekommen war” und in einem Mob keuchencler Neugieriger „vor den Bullen” davonbraustel Was in der Oper vor sich ging? Ganz egal, heraußen war die Action!

Drinnen geht’s gesittet zu: heuer kam sogar Sarah Ferguson (auch eine Art Demonstration). Wer oft beim Arzt sitzt oder den Lesezirkel abonniert hat, weiß, wer sie ist – eine Kinderbuchautorin und Prinzessin, die neben ihrem einzigen Buch auch zwei große Coups gelandet hat: in eine reiche Familie hineingeboren zu sein und in eine noch reichere hineingeheiratet zu haben. Aus dem Königshaus wurde sie aber entfernt, und was ich weiß, muss sie nun Schulden abstottern, die sie wer weiß wo gemacht hat.

Das sind natürlich alles Qualifikationen, und deshalb hat sie auch Wiens Adabei (vulgo ,,Hoffentlichkummternet”), der Baumeister Richard Lugner, als seine Begleitung zum Ereignis gewählt. Seine Frau durfte aber auch heuer wieder hinter ihm und seinem Gast stehen und wetteifern, wessen Schwarzes eleganter ist und wessen Haare schöner sind. Seltsamerweise trugen heuer beide Damen keinen Schmuck um den Hals – neues Understatement, wahrscheinlich.

Politisch gesehen haben wir wenigstens ruhige Zeiten – immerhin fand sogar die „Zeit im Bild“, dass die Frage „Wird Sarah Ferguson Baumeister Lugner zum Opernball begleiten?” eine Meldung zum Hauptabend wert sei. Als ein paar Tage später die Gretchenfrage geklärt war, hörte ich es zufällig durch den Äther: „Herr Lugner, wer … ?”, und die Antwort: „Sarah Fertschasen!”. Irgendwie kam mir Helga Feddersen, Gott hab sie selig, in den Sinn.

Die Armen schleppten sich also in der Folge einen Abend lang durch die endlich wieder einmal überfüllte Oper. Ich hatte einen schönen Abend, denn meine Füße steckten in warmen weichen Socken und meine Nase in einem guten Buch – seit meinem oben schon erwähnten Schock über die inhaltslose Zeit im Bild finde ich die Fernsteuerung meiner Kiste nicht mehr und ärgere mich nicht einmal darüber.

Wie war das eigentlich in Bludenz? Beim Pyjamaball im Stadtsaal? Und beim legendären Raubritterball in Vandans? Wer zeigte sich mit S.G.? War W.R. auch dort? Und wen um Himmels willen hat T.Z. mitgenommen?!

Bitte um Aufklärung, mir sind diese News auch wichtig, schickt mir mal Neuigkeiten aus der Hauptstadt – auch wenn ich immer noch froh bin um meine Flauschsocken und mein Buch.

Opernball
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Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass sich so wenige Leute damit beschäftigen.”
Henry Ford (1863-1947)
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