Gedichte in Mundart Ghostwriting Projekte

 

Gedichte in Montafoner Mundart

Lyrik ist eigentlich nicht Meines. Ich zweifle oft, ob ein Text noch ehrlich sein kann, wenn man zu sehr auf Klang, Rhythmus und Reim achtet: Die Aussage, und dass diese „ehrlich“ vermittelt wird, ist mir sehr wichtig. Durch meinen beruflichen Kontakt mit vielen regionalen Dichter:innen und in der Arbeitsgruppe Mundart von Literatur Vorarlberg habe ich aber gemerkt: In meiner ureigensten Muttersprache, dem Montafoner Dialekt, bleibe ich auch beim Dichten bei mir. Vielleicht deshalb, weil mir das Montafon die Welt bedeutet (die ich aber auch gesehen habe!) und ich unglaublich stolz bin, Montafonerin zu sein.

Erschienen in: Morgenschtean – Die österreichische Dialektzeitschrift, Ausgabe 88–89, Seite 22.

Füfi

„Liaber füf Buaba as ee Meiggi!“,
hot sie gset, und o, ich sei-i
allig an Satansbrota gsi.
Des hon i oft ghört; aber drbi
denk ich halt, isch do nüt dra,
hon allig alls to, so guat i ka.
Schual und Musig, dahem hälfa,
pünktli hem noch vor da zwölfa,
alls hot passt, hon mi bemüaht,
dr Mama hots aber nia vergnüagt.

Trotzdem ischt eppas us mr warda,
noch voram Bruader, ohni Sarga,
a Studium, an guata Loh,
hon Familie, und er scho o.
Ees nocham andra hot Kind denn kriagt,
dr Mama hots weder net vergnüagt:
statt füf Buaba, wo sie hett wella,
hot sie vergäbaz könna zella,
will sie hot kriagt, und jätzt net spinna:
wohl füfi, aber „nu“ Enkelinna!

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Fünf

„Lieber fünf Buben als ein Mädchen!“,
hat sie gesagt, und auch, ich sei
immer ein Satansbraten gewesen.
Das habe ich oft gehört, aber dabei
glaube ich eben, ist da nichts dran,
hab immer alles getan, so gut ich kann.
Schule und Musik, zu Hause helfen,
pünktlich heim immer vor zwölf,
alles hat gepasst, ich hab mich bemüht,
der Mutter hat’s aber nie vergnügt.

Trotzdem ist etwas aus mir geworden,
noch vor meinem Bruder, ohne Sorgen,
ein Studium, ein guter Lohn,
habe Familie, und er auch schon.
Eins nach dem anderen hat Kinder bekommen,
der Mutter wieder nicht zupass gekommen:
anstatt fünf Buben, die gewünschte Wahl,
kam sie nur zum Teil auf ihre Zahl,
denn sie hat bekommen, und jetzt nicht spinnen:
wohl fünf, aber „nur“ Enkelinnen.

 

Schaffa, spara, zalla

Schaffa grad aswia n a Tiar,
allig dra, jo des sen miar.
Spara dass‘ am Ställa gliecht,
z Läba ischt net allig liecht.
Und Zalla, jeder Schnuf koscht‘ Gäld,
es ischt an Agrecht of dr Wält.
Derwiel wett ich net meh as si,
allee, im Wald, im Sonnaschi.
Des koscht ke Münz, und git viel Ruah
Vo dem läschtiga Gäld-Umtua.
Jätzt säg du miar: was ischt des gsi,
was mi Läba drait dohi,
dass i schaff und spar und zal,
vo luter Böm net sach dr Wal?
Silo, efach höra wetti,
wenn i könnt, genau des tet i.

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Arbeiten, sparen, zahlen
Arbeiten, wie ein Tier,
immer dran, ja das sind wir.
Sparen, dass es dem Stehlen gleicht,
denn Leben ist nicht immer leicht.
Und Zahlen, jeder Schnauf kostet Geld,
es ist verhext auf dieser Welt.
Dabei möchte ich nichts als sein:
Allein, im Wald, im Sonnenschein.
Das kostet keine Münze und bringt Ruh
Von dem lästigen Geld-Schmafu.
Jetzt sag du mir: was war es denn,
mein Leben geht in Richtungen,
dass ich arbeit‘ und spar‘ und zahl‘,
vor lauter Bäumen nicht sehe den Wald?
Sein lassen, einfach aufhören möchte ich,
wenn ich nur könnte, genau das tät‘ ich.

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Ghostwriting

Manchmal werde ich gefragt, wie viele Bücher ich schon geschrieben habe. Oder wie viele ich veröffentlicht habe. Dann weiß ich nie: Soll ich nur die unter meinem Namen Veröffentlichten nennen? Oder alle? Ganz schön viel … manchmal schreibe ich „undercover“ für andere, manchmal doch mit meinem Namen … irgendwo im Buch. Fragen Sie gern nach – und wenn ich Ihnen helfen kann, Ihr Buch „auf die Beine“ zu bringen, bin ich bereit!

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Herausgaben

Mein Traum ist, vergriffene Werke von Montafoner Autor:innen neu herauszubringen: Johann Baptist Biedermann, Richard Beitl, Alois Schoder, Otto Borger. Das Konzept steht. Die Umsetzung ist bei manchen schon in Arbeit, bei andern noch in der Rechtediskussion. Und wer denkt, dass es im Montafon keine Dichterinnen gab, der irrt. Ich zeig Euch das bald, mit einem guten Partner an meiner Seite.

Für die abenteuerlichen Reisen von Alois Schoder arbeite ich an einer Map, ähnlich der, die ich für Dönz mit „Die Karte: Museum daheim“ gemacht habe. Weil ich ein Freak bin: Weil ich seine Bücher schon als Kind gefressen habe. Weil ich wissen wollte und will, wo Alois überall war, wie es dort aussieht und, wenn möglich, wie es dort ausgesehen hat, als er, zum Teil sogar mit seiner Familie, dort gewesen ist. Bitte klicken Sie auf das Rechteck rechts im oberen Rahmen, um die Karte groß zu sehen.

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If you pay peanuts, you get monkeys. If you want monkeys, pay peanuts.”
popularly (always)